Contergan Symposium

„ZEICHEN SETZEN“

Am 27.11.2021 fand das Online-Symposium zum 60. Jahrestag der Marktrücknahme von Contergan in der Handelskammer Hamburg statt.

Cornelia Michel nahm an dem Expert:innen-Panel mit dem Titel: Verantwortung, Schuld, Vergebung teil; dieses Panel wurde von Hinnerk Baumgarten vom NDR moderiert.

In der Diskussion geht es um den Umgang mit Opfern von Pharmaskandalen. In ihrer Doppelrolle als Contergangeschädigte sowie als Pressesprecherin des Verbands der Opfer des Blutskandals VOB e.V. richtet sich der Blick über den Tellerrand zu anderen Betroffenengruppen. Die Idee, eine gruppenübergreifende Pharmaopfer-Konferenz zu veranstalten, stieß bei den Teilnehmenden auf ein positives Echo.

Ihre Diskussionspartner:innen sind:

Georg Löwenhauser, ehemaliger Vorstand des Bundesverbands Contergangeschädigter

Benedikt Röskau, Autor und Regisseur des Films „Contergan: Eine einzige Tablette“

Tobias Arndt, COO Dysnet und Forscher der Contergan-Historie

Univ. Prof. Dr. Philipp Osten, Medizinhistoriker am UKE (Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf)

Mit Gebärdensprache

Entschuldigung Michael Wirtz/Grünenthal

Der Höhepunkt gegen Ende des Panels bildet die zum ersten Mal ausgesprochene Entschuldigung von Michael Wirtz, Unternehmer von Grünenthal. Für viele Contergangeschädigte und deren Angehörigen war dies ein sehr bewegender Moment. Auch, wenn diese Geste erst 60 Jahre nach Marktrücknahme von Contergan geleistet wurde, ist dies aus unserer Sicht ein positives Beispiel, wie Pharmaunternehmen mit Geschädigten umgehen, deren Gesundheit durch ihr Produkt gravierende Schäden erlitten hat. An dieser Stelle sei die eigens für die Contergangeschädigten installierte, firmeninterne Grünenthalstiftung lobend erwähnt, an die sich die Betroffenen wenden können.

Gäbe es eine generelle Entschädigungslösung, wären weder die Opfer noch die Unternehmer:innen in dieser schwierigen sich oftmals über Jahrzehnte hinziehenden Lage.

Unser Dank richtet sich an Georg Löwenhauser für seine Kontaktaufnahme wie -pflege zu Michael Wirtz und an die Organisator:innen dieses gelungenen Symposiums für Zeit und Raum, diese längst überfällige Entschuldigung auszustrahlen.